Social Media Zivilgesellschaft

7 Tipps für das sichere Teilen von Kinderfotos im Netz

25. März 2021 Von einem durchschnittlichen Kind existieren bis zum 5. Lebensjahr bereits rund 1.500 Fotos online. Erschreckend – oder einfach normal heutzutage? Viele Eltern fragen sich sicher, was denn schon dabei ist. Schließlich ist ein geteiltes Bild der Kleinen eine wunderbare Möglichkeit um Stolz, Freude und Liebe zu zeigen und mit seinen Kontakten verbunden zu bleiben. Allerdings kann es auch eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Kindes, ein Datenschutzproblem und im schlimmsten Fall ein begehrtes Produkt für Pädophilen-Foren sein. Die 7 folgenden Tipps zeigen, wie man mit Kinderfotos im Netz richtig und sicher umgeht. Geteiltes Glück und unsichtbares Leid

Deine Tochter hat heute zum ersten mal ins Töpfchen gemacht! Klar, dass die Emotionen hochgehen und dir ein Foto davon ewig Freude machen wird. Dir und deiner Familie. Dir und allen deinen 495 Freunden auf Facebook? 

Abgesehen davon, dass auch dein Kind ein Recht am eigenen Bild hat, ist jedes Foto das einmal online gepostet wurde de facto “öffentlich”. Egal, ob du 20 oder 5000 Follower hast. Selbst wenn du sicher bist, dass deinem Kind das Foto nie peinlich sein wird (kannst du das wirklich?) kann schlimmstenfalls passieren, was diese WDR Doku zeigt: Kinderfotos werden mit speziellen Programmen massenhaft gesammelt, gespeichert und auf Pädophilen-Seiten gepostet. Einmal verbreitet ist es fast unmöglich, solche Inhalte wieder zu löschen. Noch kritischer wird es, wenn neben Fotos auch Name, Wohnort oder sonstige persönliche Informationen gepostet werden.

Fotos sicher teilen

Es gibt aber auch sichere Wege, Kinderfotos mit Freunden und Verwandten zu teilen und diese Risiken einzuschränken.

  • Um Erlaubnis fragen
    Klar, das geht erst ab einem bestimmten Alter. Aber auch Kinder haben ein Recht zu bestimmen, was mit ihren Fotos geschieht. Ältere Kinder und Jugendliche kennen sich zudem oft besser in Social Media aus als ihre Eltern und spüren Auswirkungen direkter. Jede Reaktion auf ein Foto ist gefühlt Bestätigung oder Ablehnung. Die Gespräche dieser Kinder mit ihren Müttern zeigen das sehr eindrucksvoll: https://www.youtube.com/watch?v=YRPUZ3pufAg
  • Nicht öffentlich posten
    Wenn schon posten, dann nicht auf einem öffentlichen Profil. Checke die Privatsphäre-Einstellungen in deinen Accounts oder schränke Postings auf kleine Gruppen ein. Das verkleinert den Kreis derer, die die Fotos sehen, hält aber auch niemand ab, der böse Absichten hat. Noch besser wäre, überhaupt nur in sicheren Channels zu posten, siehe nächster Tipp. 
  • Sichere Channels wählen
    Teile Fotos lieber in geschlossenen Gruppen auf  Whatsapp oder Signal statt auf Instagram oder Facebook. Noch besser sind passwortgeschützte Online-Ordner die via Link mit ausgewählten Personen geteilt werden. Oder wie wärs mal wieder mit einem Video-Anruf um sich live zu sehen?
  • In das Kind hineinversetzen
    Ist das Foto wirklich lustig oder eher peinlich? Im Zweifelsfall ist die Antwort immer: nicht posten. (Halb-)nackte Kinder, vermeintlich lustige Missgeschicke und verletzliche Momente sollten immer tabu sein. 
  • Nicht alles zeigen
    Babyglück und Familienmomente lassen sich auch teilen, ohne die Kinder vollständig zu zeigen. Sogar InfluencerInnen, wie die bei Jugendlichen beliebte Bibi, schützen die Privatsphäre ihrer Kinder. 
  • Regeln klar kommunizieren
    Wenn du nicht willst, dass Fotos deiner Kinder ungefragt im Netz landen, kläre deine Familie und Freunde darüber auf. Du gehst damit auch mit gutem Beispiel voran. 
  • Die Joker-Frage
    Du bist noch immer überzeugt, dass nichts dabei ist, Kinderfotos auf Social Media zu posten? Dann überlege was du tun würdest, wenn dich ein Freund bittet, ein Foto von ihm nicht zu posten. Du würdest seinen Wunsch respektieren. Auch wenn es noch so ein tolles Foto ist, manchmal ist man einfach nicht in der Stimmung, sich zu zeigen. Das sollte ganz einfach zu akzeptieren sein. 

 

500€ für das beste Kinderfoto - was würdest du tun?

Als Social Media Agentur sind wir von den Möglichkeiten und den schönen Seiten von Instagram & Co. überzeugt. Auf die Gefahren sollte aber nicht vergessen werden. Deshalb haben wir nicht nur diesen Artikel verfasst, sondern eine Kampagne konzipiert, um mehr Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Auf dieser „Gewinnspielseite“ haben wir zum Teilen eines Kinderfotos aufgerufen. Beim Klick auf Hochladen und in den Teilnahmebedingungen haben wir offen gelegt, worum es uns wirklich geht: Bevor du ein Kinderfoto teilst, überlege lieber zweimal.

Danke an Mimikama und Ö3, die darüber berichtet haben. Wir freuen uns über hauptsächlich positive Reaktionen und konstruktive Diskussionen zu dieser Aktion.

Als Erwachsene ist uns immer mehr bewusst, welche Datenschutzrechte wir haben und was vor einem großen (online) Publikum angemessen ist. Es sollte uns ebenso bewusst sein, wenn es um Kinder geht. Auf schöne geteilte Momente müssen wir dank sicherer Möglichkeiten trotzdem nicht verzichten. 

Quellen: 

Video NY Times https://www.youtube.com/watch?v=YRPUZ3pufAg

Saferinternet https://www.saferinternet.at/news-detail/kinderfotos-im-internet-was-duerfen-eltern0/

Dein Kind auch nicht https://deinkindauchnicht.org/

WDR Dokumentation https://www.youtube.com/watch?v=PaM5D9JaEHY

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