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Pinterest für Unternehmen: aktuelle Zahlen & die Top 5 Vorteile

04. September 2020 "Pinterest könnte die letzte positive Ecke des Internets sein. Und das ist wirklich wichtig, jetzt mehr denn je." Evan Sharp, COO & Co-Founder Pinterest. Eine mutige Aussage, die uns zum Nachdenken gebracht hat. Ist da was dran?

Während TikTok den anderen Social-Media-Kanälen die Show stiehlt (Quelle: Gefühl!), Instagram TikTok stets doch zu übertrumpfen versucht (Stichwort Insta-Reels) & Facebook ungestört weiterwächst, kehren wir in diesem Artikel gedanklich zum Shangri-La des Content Marketings zurück.

Pinterest wächst

Ob Pinterest berechtigt als Shangri-La des Content Marketings oder als die letzte positive Ecke des Internets bezeichnet werden darf, wissen wir nicht. Eins steht aber fest: die aktuellen Zahlen sind allemal positiv.

Laut des von Pinterest Ende Juni 2020 veröffentlichen Q2 2020 Report verzeichnet Pinterest Zuwachs, sowohl in Sachen Umsatz als auch MAUs:

  • Der Umsatz im zweiten Quartal stieg gegenüber dem Vorjahr um 4% auf 272 Mio. USD.
  • Die Global Monthly Active Users (MAUs) stiegen im Jahresvergleich um 39% auf 416 Millionen.

Diesen Zuwachs begründet CEO Ben Silbermann folgendermaßen: „Mehr als 400 Millionen Menschen sind monatlich auf Pinterest, um sich inspirieren zu lassen. In diesen schwierigen Zeiten verlassen sich immer mehr Menschen auf Pinterest, um zu Hause zu kochen, Aktivitäten für Kinder zu planen und ein Heimbüro einzurichten. Unternehmen helfen ihnen dabei, ihre Ideen in die Realität umzusetzen, da die Menschen zunehmend Produkte auf Pinterest entdecken und kaufen.

 

Besser könnte man Pinterest kaum beschreiben als „Inspirationsquelle und Unterstützung dabei, Ideen in die Realität umzusetzen“. 

Im Folgenden findet ihr einen Überblick darüber, was Pinterest von Social-Media-Kanälen unterscheidet, welche Vorteile es mit sich bringt und welche Basics bei einem Pinterest-Auftritt nicht fehlen dürfen.

Was ist Pinterest?

Pinterest wird oft als Social-Media-Plattform angesehen. Das ist aber weitgehend falsch. Pinterest ist vielmehr eine Suchmaschine – genauer gesagt – eine visuelle Suchmaschine. Man könnte sie als eine nicht so entfernte, Ästhetik-bewusste Cousine von Google bezeichnen. Anstelle von Links bietet Pinterest Bilder und Videos, die als „Pins“ bezeichnet werden und ist somit ein Tool des visuellen Marketings.

Was unterscheidet Pinterest von Social-Media-Kanälen?

Die Kurzantwort lautet: Das UserInnen-Verhalten.

Oder wie Pinterest es selbst in Worte fasst: „About your self. Not your selfie.“

Da Pinterest zum Suchen verwendet wird, besteht der Hauptzweck nicht darin, Kontakte zu knüpfen oder sich mit anderen auszutauschen. Die soziale Komponente fällt hier weitgehend weg, da kaum Interaktion zwischen den UserInnen stattfindet. 

Pinterest ist zum Stöbern da, und um sich inspirieren zu lassen. Die Plattform fungiert als Hilfestellung für so ziemlich alle Projekte, Interessen und Hobbies, die es da draußen gibt. Ideen für bestimmte Life Moments (wie z.B. Hochzeiten) werden auf Boards gesammelt. PinnerInnen (wie man Pinterest-UserInnen auch nennt) verwenden Pinterest jedoch nicht nur zum Sammeln von Bildern und Ideen, sondern aktiv als Hilfestellung für ihre Einkäufe.

  • 89% der US-PinnerInnen nutzen Pinterest als Inspiration auf ihrem Weg zum Kauf
  • 83% der US-PinnerInnen haben bereits einen Kauf basierend auf Marken-Pins getätigt

Quelle: GfK, US, Pinterest Path to purchase study among weekly Pinners, Nov 2018.

Aus diesen (auch wenn leicht veralteten und von Pinterest selbst veröffentlichten) Zahlen geht ein weiterer wesentlicher Unterschied im UserInnen-Verhalten hervor: Das Ideen-Sammeln passiert im Rahmen einer aktiven Suche nach Inspirationen und mit einer Kaufabsicht. 

Apropos Positivität: In einer Pinterest-Umfrage beschreiben neun von zehn PinnerInnen Pinterest als positiv. 85% geben an, dass Pinterest jener Ort sei, den sie besuchen, wenn sie ein neues Projekt starten. Nur 26% sagen dasselbe zu Social-Media-Kanälen.

Wer sind die PinnerInnen?

Wie wir bis jetzt gesehen haben, kann man die PinnerInnen als kreativ, positiv, neugierig und suchend beschreiben.

Obwohl geographisch betrachtet die meisten PinnerInnen in der USA angesiedelt sind (91,4 Mio/ Juli 2020/ Quelle: Statista), ist Pinterest auch in Deutschland etabliert.

 

Knapp 15 Mio. PinnerInnen aus Deutschland und über 4 Mio. gespeicherte Inhalte monatlich sollte man nicht unterschätzen. Mit 1,5 Mio. UserInnen in Österreich holt Pinterest langsam auch hier auf. Zum Vergleich: Instagram hat aktuell rund 2,4 Mio. NutzerInnen in Österreich. 

 

Pinterest wird stark von Frauen dominiert – 76% der PinnerInnen sind weiblich. Laut Pinterest ist allerdings die Zahl der männlichen Nutzer im Vergleich zum Vorjahr um fast 50% gestiegen.

Weiteren Zielgruppenzuwachs verzeichnet die Plattform auch bei den begehrten Zielgruppen der Gen-Zs & Millienials.

Pinterest Zielgruppen 2020 (Quelle: Pinterest)Vorteile von Pinterest für Unternehmen

Die Vorteile von Pinterest für Unternehmen liegen (bei einem richtigen Einsatz) hauptsächlich in den folgenden fünf Punkten:

1. Reichweitensteigerung & Website-Traffic

Durch inspirierende Bilder finden die PinnerInnen im Idealfall ihren Weg zu dezidierten Landing Pages. Bereits im Jahr 2014, einer Piqora Studie zufolge, generierte ein Pin durchschnittlich 2 Website-Besuche und 6 Seitenansichten. Unternehmen, die Rich Pins (mit zusätzlichen Metadaten angereicherte Pins, mehr Details folgen) einsetzen, weisen noch einmal deutlich höhere Reichweiten auf. Zurück in die Gegenwart: gegenüber dem Vorjahr stieg im Q4 2019 der durch Pinterest generierte Referral Traffic auf 27%, oder: 4% mehr als jener von Instagram.

2. Suchmaschinenoptimierung

Pinterest wird von Google indexiert. Das bedeutet, dass die Zeit und Energie, die in ein suchmaschinenoptimiertes Unternehmensprofil, in keyword-optimierte Pinnwand-Beschreibungen sowie in hochwertige Pins (also Grafiken und Pin-Beschreibungen) investiert werden, zahlen sich auch für Google aus.

Durch einen professionellen Unternehmensauftritt bei Pinterest profitiert man also direkt von zwei Suchmaschinen.

3. Organisches Wachstum

Nur organisch werden auch auf Pinterest überwältigende Reichweite-, Traffic- und folglich Umsatzsteigerungen ausbleiben. Dennoch ist eine organische Reichweite hier nicht undenkbar. Mithilfe einer Content Strategie, ansprechenden Bildern und Grafiken, Keywords und regelmäßige Aktivität lässt sich eine großartige organische Reichweite erzielen. Für den Pinterest Algorithmus spielt die Follower-Anzahl keine Rolle. Gepinnt wird, was gefällt! 

4. Halbwertszeiten

Pins sind sozusagen Evergreens im Vergleich zu anderen Social Media Posts. Die Halbwertszeit eines Pins ist unschlagbar und liegt bei durchschnittlich 3,5 Monaten. Mit Hilfe von richtigen Keywords werden Pins auch noch lange nach der Erstellung wiedergefunden und weitergepinnt werden.

5. Leads & Newsletter Marketing

Sollte Newsletter Marketing ein Teil der Marketingstrategie sein, ist Pinterest an dieser Stelle Gold wert. Zunächst wird ein Lead-Magnet (aka eine Freebie) erstellt: zum Beispiel kostenloser Download einer Checkliste, Cheat Sheet, Vorlage, 10 Tipps für … die Möglichkeiten sind beinahe grenzenlos. Dann eine Landing-Page: kurze Freebie-Beschreibung und ganz viel Achtung auf DSGVO sollten an dieser Stelle reichen. Pin erstellen, mit Keywords optimieren und los geht’s.

Autorin: Vivian Scherz

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