Wir Zivilgesellschaft

Warum arbeiten bei uns 50% Männer?

30. Juli 2020 Weil die anderen 50% nur herumliegen und über zivilgesellschaftliche Themen philosophieren? Nein, nicht ganz. Weil wir Quoten-FanatikerInnen sind und eine 50% Quote immer und überall fordern? Überhaupt nicht! Weil uns Gleichberechtigung am Herzen liegt, wir gerade eine 50/50 Aufteilung haben und das nun nutzen, um euch durch diesen Titel zum Lesen zu animieren? Jap, das ist schon ganz nah dran.

In unserer letzten Blog-Reihe schrieben wir über Veränderung und wie wichtig sie uns ist. Dabei geht es uns nicht um ein bloßes Verändern der Veränderung wegen, sondern vielmehr um eine ganzheitliche Arbeits- und Lebenseinstellung. Im ersten Teil des Change-Artikels stellten wir uns die Frage, warum Veränderung beängstigend sei. Warum Menschen eher passiv eine Situation aushalten – nach dem Motto „wird schon irgendwie“ – anstatt sich aktiv an ihrer Veränderung zu beteiligen.

Aktive Beteiligung, weil wir keine 99,5 Jahre zum Warten haben

Genau darum geht es uns auch hier – um unsere aktive Beteiligung an einer gesellschaftlichen Veränderung, die für unseren Geschmack viel zu langsam stattfindet. Nämlich die Veränderung in Richtung einer echten Gleichstellung der Geschlechter. Diese Veränderung würden wir unheimlich gern beschleunigen. Am liebsten gestern als morgen. Und schon gar nicht in 99,5 Jahren.

Warum denn genau 99,5 Jahre? Wir würden uns wünschen, dass wir uns diese Zahl einfallen lassen hätten, weil sie so schön aussieht. Leider ist dem nicht so. Diese Zahl entspricht einer herzzerreißenden Feststellung des Global Gender Gap Report 2020. Aus diesem Report geht hervor, dass uns – wenn sich die Gleichstellung im selben Tempo entwickelt wie bisher – der Gender Pay Gap noch stolze 99,5 Jahre begleiten wird. Zum Vergleich: die durchschnittliche Lebenserwartung in Österreich für heuer liegt bei 79,7 Jahren für Männer und 84,3 Jahren für Frauen. Wenn der Gender Pay Gap Report stimmt, haben nicht nur wir keine Chance, sondern werden nicht mal unsere Kinder in einer Welt leben, in der gleiche Entlohnung für gleiche Arbeit so selbstverständlich ist wie sie sein sollte. Denn für uns gilt an der Stelle GLEICH IST GLEICH.

Gleichstellung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit: wie gleich ist gleich, soll gleich gleich sein und wann ist gleich doch nicht immer gleich?

Alle Menschen sind gleich. Gleich und gleichzeitig grundunterschiedlich – und das ist wunderbar. Sorgt aber oft für Verwirrung, Fehlinterpretation der Lage und der dazugehörigen Maßnahmen, und nicht zuletzt für aufreibende rhetorische Dispute.

Wie also können wir im beruflichen Kontext sicherstellen, dass wir alle gleich, gleichzeitig grundunterschiedlich und wunderbar sind?

An der Stelle ersparen wir uns und euch überraschenderweise ein langes Herumphilosophieren und bedienen uns des alten Sprichwortes: „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.“ Rund um einen weiteren, enorm wichtigen Diskurs über soziale Gerechtigkeit, nämlich #BlackLivesMatter, haben vier Bilder ihren Weg zur Viralität gefunden. Diese Bilder spiegeln ziemlich genau unsere Meinung wider. Und so gesehen liefern sie auch die Antwort auf die einleitende Frage dieses Artikels.

 

Diese Illustrationen wurden von einem Künstler namens Tony Ruth @lunchbreath gemacht und sind eine Adaption der Illustrationen im Kinderbuch The Giving Tree von Shel Silverstein. An dieser Stelle: danke Tony Ruth für das Visualisieren dieser Begrifflichkeiten. Das hat sicher vielen die Augen geöffnet, oder sogar ein wenig die Herzen. Danke dafür.

Ungleichheit: ungleicher Zugang zu Chancen und Möglichkeiten Gleichheit?: gleicher Zugang zu Tools und Unterstützung Gleichheit (synonyme Verwendung mit Gerechtigkeit): Tools angepasst daran, Ungleichheit zu identifizieren und beheben. Gerechtigkeit: System-Veränderung, um gleichen Zugriff auf Tools und Chancen zu ermöglichen

Wir reden oft über Gleichstellung der Geschlechter, Gleichbehandlung und Chancengleichheit. Das ist auch gut, richtig und zwingend notwendig. Denn für uns sind diese drei Begriffe bzw. deren Verwirklichung im gesellschaftlichen Kontext der Weg zum Ziel. Und das Ziel ist soziale Gerechtigkeit. Unser Ziel ist es, so bald wie nur möglich in einer gerechten Gesellschaft zu leben. In einer Gesellschaft, in der wir alle fair behandelt werden.

Über Fairness, Frauenquote und Rhetorik

Ist es nicht traurig, dass viele Menschen überhaupt an der Existenz von „Fairness“ zweifeln?  Wie oft hören wir: Was ist schon fair im Leben, wenn nicht mal das Leben an sich fair ist. An dieser Lebenseinstellung können wir wenig bis gar nichts ändern. Dafür aber hoffentlich an der Einstellung gegenüber der Gleichstellung am Arbeitsplatz und der Frauenquote. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Um euch besser für die nächste Diskussion mit Quoten-VerfechterInnen zu bewaffnen, gibt’s in diesem Beitrag einige Argumente für euch. Bleibt dran!

Autorin: Vivian Scherz

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